Veranstaltung

16.04.2026
18.00 – 19.30 Uhr

Ev. Akademie Sachsen-Anhalt

Wege suchen – Orte finden

Wie eine Region zum Exponat der Weltausstellung 2000 wurde

Im Sommer des Jahres 2000 fand in Hannover die erste Weltausstellung in Deutschland statt. Dieses Großereignis hatte aber nicht nur in der Niedersächsischen Hauptstadt eine spektakuläre Heimstätte, sondern auch in Sachsen-Anhalt. Die Region Dessau-Bitterfeld-Wittenberg war als weltweit einzige Korrespondenzregion der Weltausstellung ausgewählt worden zu zeigen, wie das Motto der EXPO 2000, „Mensch-Natur-Technik“, also Nachhaltigkeit, in der Realität einer im Wandel begriffenen Altindustrie- und Kulturregion anhand praktischer Projekte und Transformationsprozesse gezeigt werden kann. Diese Chance, einen Umbau der Region direkt anschaulich zu erleben, nutzten täglich 30.000 Menschen. Sie konnten beeindruckende Großprojekte wie Ferropolis, die Stadt aus Eisen, die charmante, mustergültig sanierte und erste autofreie Siedlung im Bestand in Wittenberg-Piesteritz oder die Landschaftskunst Goitzsche bei Bitterfeld, aber auch das entstehende Umweltbundesamt, ein ökologischer Vorzeigebau, in Dessau bestaunen und sich über die Schwierigkeiten, aber auch Erfolge der Transformation kundig machen.


Eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielte das Bauhaus in Dessau. Hier wurde die Idee für diese Korrespondenzregion, das „Industrielle Gartenreich“, sowie zahlreiche Projekte, wie Ferroplis, Piesteritz und andere, ersonnen und praktisch auf den Weg gebracht – in Zusammenarbeit mit den Partnern in der Region und von Außerhalb. Die Idee war in der Wende-Woche 1989 am Bauhaus Dessau geboren worden.


Doch, so stellt sich die Frage, ein Vierteljahrhundert nach Abschluss der EXPO 2000, wie kam es zu dieser außergewöhnlichen und für Sachsen-Anhalt einmaligen Präsenz auf der Weltbühne? Welche Wege mussten beschritten werden, welche Orte waren zu finden, wer initiierte die Prozesse, wer agierte in welchen Rollen, welche Hürden galt es zu überwinden?


Schließlich soll gefragt werden, welche Bilanz kann gezogen werden. Welche Erfahrungen können aus diesem EXPO-Prozess für die heutige, zweite Transformation nach der Wende gezogen werden? Welchen Ausblick gibt es für die noch kommenden Transformationen? Und: Was hat das mit der Stadt Wittenberg, der Evangelischen Akademie und den heutigen Erfordernissen in der Erbschaft der EXPO zu tun? Diese Fragen sollen Gegenstand der Einführung und der anschließenden Diskussion sein.


Als Referenz wird Prof. Dr. Harald Kegler einen Einführungsvortrag zu diesen Fragen geben. Er war selbst einer der Hauptakteure und Miterfinder des „Industriellen Gartenreichs“ am Bauhaus Dessau. Er lehrt heute an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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Status:
  • Freie Plätze vorhanden
Kursnr.: 2026-15
Downloads:
Beginn: 16.04.2026, 18.00 Uhr
Ende: 16.04.2026, 19.30 Uhr
Kursort: Ev. Akademie Sachsen-Anhalt
Gebühr: 0€ (inkl. MwSt.)

Siegrun Höhne

Kirchlicher Dienst auf dem Land, Umweltmanagement der EKM, Leiterin der Studienstelle/ KFH
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